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Geständnis

Ich mag es nicht, frisch geduscht zu sein.

Bitte, versteht das jetzt nicht falsch, ich mag es durchaus zu duschen. Jedenfalls manchmal. Manchmal ist es auch nur anstrengend. Ich mag es auch, frisch und sauber zu sein. Sogar so sehr, dass wenn ich nachts nicht schlafen kann und wach liege (einschlafen ist eher selten das Problem, ich werde um 4 wach und kann dann nicht einschlafen), ziehe ich mir erstmal frische Sachen an.
Der Mann schlug letztens vor, zu sagen, dass ich es nicht mag, nass zu werden. Aber das stimmt auch nicht, ich mag es zu schwimmen, zu baden, ja manchmal sogar zu duschen. Es ist eher dieses „Feucht“ danach. Weil auch nach dem Abtrocknen ist man ja irgendwie nicht ganz trocken, dann sind die Haare noch ewig nass (jetzt kommt mir hier nicht mit fönen, das mag ich nun wirklich nicht) und alles fühlt sich so schrumpelig und nachduschig an. Ich mag es, wenn ich dann frische, bequeme Sachen anhabe und auf dem Sofa sitze (ich bin ein abends Duscher, eben, wegen der Haare), aber ich würde es bevorzugen, davor nicht duschen zu müssen. Bzw. eben diese Phase zwischen duschen und trocken und sauber sein nicht zu haben. Da müsste mal jemand was erfinden.

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Balkongeschichten

IMG_0181Ich mag den Herbst. Ich mag es, wenn die Blätter bunt werden und in grün, orange und schon fast pinkem rot leuchten. Ich mag ihr Geraschel. Ich mag es, wenn ich der Sonne dabei zugucken kann, wie sich sich dazu entschließt, doch endlich mal aufzustehen, obwohl ich schon längst den Laptop und Tee ins Bett geholt habe. Ich mag diese Ruhe. Der Winter braucht viel zu lange, um wach zu werden und der Sommer schaut mich vorwurfsvoll an, wenn ich aufstehe. Der Herbst aber, der steht mit mir zusammen auf. Wir werden gemeinsam wach, wenn ich mir meine Laufschuhe anziehe und im Frühnebel durch den Wald laufe, wir gucken die erleuchteten Büros an und sind froh, dass wir langsam wach werden dürfen. Wenn ich fertig bin, ist der Herbsttag auch wach. Entweder er hat sich entschieden weiter grau und feucht zu bleiben, oder er wird schön und strahlend, damit alle die bunten Farben sehen können.

Ich mag es, meine Schals und Mützen raus zu kramen, die dicken Pullis anzuziehen, aber sie noch nicht unter dicken Jacken oder eiligen, erfrorenen Schritten zu verstecken. Mein gelber Schal leuchtet mit den Blättern um die Wette, selbst wenn der Tag grau und trüb ist. Die Temperatur ist immer genau richtig, man schwitzt nicht, man friert nicht (und wenn doch, dann kann man sich immer noch was wärmeres anziehen, im Winter ist da einfach irgendwann eine Grenze erreicht). Die Menschen erwarten nicht mehr, dass ich meine Beine zeige und ich darf endlich wieder meine ultra bequemen Boots anziehen und muss keine Angst vor rutschenden Sandalen haben. Meine Haut mag das Wetter und bildet keine Schweiß-Pickel mehr. Die Sommersprossen sind noch frisch, die Restbräune erinnert an schöne Tage und freut sich, dass sie endlich nicht mehr von Mücken angegriffen wird. Die Sonnencreme und das Deo verschwinden in der Ecke und machen dem Paar Handschuhe in der Handtasche Platz.

Und manchmal da scheint die Sonne so schön auf den Balkon, die Luft ist so frisch und klar und der Herbst ruft dir zu „Hej, komm raus zu mir, nimm deine Kuscheldecke mit.“ Und dann ist Herbst und die Nachbarn haben die Fenster zu und ich kann endlich meine Gedanken hören und sprühe vor Ideen und Energie, die im Sommer schwitzend und keuchend in der Ecke lagen. Aber die Umsetzung? Die kann bis morgen warten. Ich habe grade ein Tee-Date. Mit dem Herbst.

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Goethe Schiller Heine

Ich versuche mich an Klassikern, da ich bei Frau Woolf nach einem Satz eingeschlafen bin, nahm ich grade Herrn Goethes Leiden des jungen Werthererst mit in die Badewanne und dann ins Bett.

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Der Mann lag mit Whisky neben mir wir fingen an zu reden.

er Das mussten wir in der Schule lesen. War gar nicht so schlecht.
ich Ich eben nicht. Deshalb ja.
er Ich mochte Schiller lieber.
ich Was hat der denn so geschrieben?
er Die Räuber.
ich Worum geht’s da? [Minimale pause, seine Antwort ahnend] Um Räuber.
er Ja, das hast du gut erkannt.

Beim Schreiben dieses Textes dann:
ich wie schreibt man Werther nochmal?
er Mit th.
ich Ich weiß. Ich wollte nur gucken, an welcher Stelle.

Das ich nur das h meinte, glaubt mir ja wieder keiner.