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Love it, change it, leave it

Oder denk nochmal drüber nach.

Die Sache mit dem Blogg, ist so eine komische Sache. Nichts ganzes und nichts halbes.

Wie ein alter Pullover, eigentlich passt er nicht mehr richtig, aber man mag ihn noch, zieht ihn manchmal noch heimlich an und vermisst dieses gute Gefühl das er einem gibt. Aber der Vergleich hinkt. Also eigentlich humpelt er. Er passt nicht. Mir fällt aber auch kein besserer ein.
Ich vermisse das Schreiben. Das steht inzwischen in glaube ich vier Tagebüchern, die ich nie zu Ende geschrieben habe. Seit Januar schreibe ich wieder regelmäßig. Es fühlt sich gut an. Aber dieses Gefühl, des Schreibens kann es mir nicht geben. Dieses Gefühl, dass ich schon damals in der Schule hatte. wenn man einen richtig guten Text geschrieben hat, und ihn der Welt zeigen will. Wenn man beim Schreiben denken kann. Denn so gerne ich mit der Hand schreibe und so sehr ich meine Tage- und Notizbücher liebe: ich schreibe zum Denken zu langsam mit der Hand. Dieses schneller schreiben als man denken kann, die eigenen Gedanken lesen, das geht nur am Laptop.

Und der Laptop, schaut mich traurig an, oft tagelang, manchmal sogar wochenlang nicht genutzt auf dem Schreibtisch oder unterm Bett. Um mal schnell was zu googlen, die Timeline zu lesen oder Pinterest zu gucken, nehme ich das Handy. Fragt besser nicht, wie sich das Tablet fühlt, das wird inzwischen nur noch zum Abspielen von Yoga-Videos genutzt. Wenn der Laptop grade keinen geladen Akku mehr hat und ich zu faul bin, das Kabel zu holen.

Also ist es ziemlich logisch, dass ich vielleicht einfach wieder mehr am Laptop schreiben sollte. Aber einfache Textdateien, die ich für mich speichere? Oder eben doch wieder bloggen?
Dabei hatte ich mit dem Bloggen schon abgeschrieben. Zu kommerzialisiert ist das inzwischen. Gibt es noch dieses Bloggen, wie es früher mal war? Diese hübschen Bloggs? Ich gebe zu, ich lese kaum noch Bloggs. Wenn dann sehr gezielte Texte. Mir erscheint dieses ganze drumherum so aufwändig. Mit Redaktionsplan. Mit Kongressen. Mit Werbepartnern. Ich habe das Gefühl, Ansprüche an Bloggs sind so hoch geworden, dass man es nicht mal mehr nebenbei machen kann. Da gibt es so Regeln. Wie schreibe ich gute Texte. Wie viele Wörter, wie viele Bilder, wie viele Kommentare muss ich faken, wie oft musst du Bloggen, um deine Leser zu halten. Das will ich nicht. Ich will schreiben, wenn mir danach ist. Ich will kein Thema haben. Ich will einfach so vor mich hin schreiben.
Meine Gedanken los werden. Diese kleinen lustigen Geschichten erzähle ich auf Insta. Oder in fünf Tweets. Scheiß auf die Regeln. Das Video das mich bewegt hat, twittere ich. Und dennoch sagt mein Timehop oft, dass es in den letzten zwei Jahren keine Daten hat. Irgendwie ist es ruhiger geworden. (Auch wenn der Mann jetzt sicherlich den Kopf schüttelt und mich weiterhin Medienjunkie nennt.)
Und dann gibts ja noch so neumodischen Kram wie ello. Angeblich kann man da auch Texte schreiben. Weiß ich nicht. Ich finde das hässlich. Ich will da nicht schreiben. Und die coolen Leute snappchatten ja jetzt auch und lassen da ihren Gedanken freien Lauf.

Vielleicht sollte ich mir einfach meine eigene Bloggerblase basteln. Für mich. Zum Schreiben. Und wer will, der kann das was ich schreibe lesen. Und wer nicht, der lässt es halt und verpasst dank Twitter und Insta auch nichts. (Ja, manchmal poste ich auf beiden Kanälen das gleiche. Meistens aber nicht. Deshalb empfiehlt es sich doch, dass ihr beiden Accounts folgt.)

Aber um ehrlich zu sein: Ich habe grade ca. eine halbe Stunde versucht raus zu finden, wie ich nochmal Bloggeinträge schreibe. Und dann wollte ich den Blogg löschen. Aber das erscheint mir so kompliziert, dass es vielleicht doch einfacher ist, hin und wieder was zu schreiben. Vielleicht ist das aber auch der letzte Eintrag. Ich weiß es noch nicht. Denn diese Sache mit dem Bloggen, die ist schon komisch.

In Kategorie: Allgemein

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Ich bin eine Ausweis-Berlinerin, ein Ruhrpottkind, eine Herzkarlsruherin, wohne jetzt mit dem Mann in Chemnitz und lästere gerne über Amberg.

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