Kommentare 2

Tee-Juppis

Da bloggt man einmal über ein Experiment und bekommt prommt einen auf den Deckel, dass Beuteltee BÖSE ist. Aber manchmal bin ich faul. Manchmal möchte ich auch nur sagen „Schatz, machst du noch ne Kanne Tee? Drei Beutel bitte.“ Manchmal, bin ich tatsächlich zu faul tausend lose Tees zu horten. (Und ja, ich packe Beuteltees irgendwann zusammen und das ist dann Platzsparender). Manchmal will ich auch einfach vier Beutel Tee mit ins Büro oder in den Urlaub nehmen und nicht vier Boxen. Ja, manchmal trinke ich Beuteltee. MANCHMAL! Dafür koche ich nie mit Tüten, rauche nicht und trinke sehr wenig Alkohol. Ich mache meine Tomatensauce selbst und selbst der Pizzateig wird ohne Konservierungsstoffe gemacht. Ich finde, da darf ich auch mal einen Beuteltee trinken!

Bedeutet aber nicht, dass ich ständig Beuteltee trinke. Oder den für qualitativ wertvoll halte. Ich habe auch lose Tees. Ich mag meine losen Tees. Ich versuche auch, die Beuteltees abzukochen, aber dann kommt die QSM und zack hat man drei neue Päckchen mehr. Also gibt es die Beuteltees wirklich oft kalt geworden als Kannentee und Durstlöscher. Und morgens gibt es losen Tees. Oder wenn wir den Tee genießen, wenn ich mir zum Buch noch einen Tee mache, wenn ich den bewusst trinke und nicht nur Durst habe.

Anderseits kaufe ich auch meine losen Tees im Supermarkt. Manchmal auch im Teeladen. Ich trinke grünen Tee zum Frühstück. Was das für einer ist? Keine Ahnung. Grüner halt. Ich weiß nicht, ob der mild oder kräftig ist und aus China oder Timbuktu.  Ich bin kein Teejuppi und ich will auch keiner sein. Ich will einfach in Ruhe meinen Tee trinken, ohne da auch noch eine Wissenschaft draus zu machen. (Ich finde, es gibt genug andere Bereiche, die mir wichtiger sind, mit denen ich mich beschäftige.) Ich mische zum Frühstück einen puren grünen Tee (Gunpowder – hat der Mann mal gekauft, weil das so gut klingt, der mag ihn aber nicht) mit meiner Kräuterteemischung „Aufwachen“. Keine Ahnung, was da alles drin ist. Ist mir aber auch egal, solange er mich wach macht und mir schmeckt.

Ich bin auch weiterhin der Meinung, dass viele lose Tees wahrscheinlich gar nicht so andere Inhaltsstoffe haben, getrocknete Blätter oder Grashalme sind billig und „füllen“, egal ob die geschreddert sind oder nicht.
Um wirklich sicher zu sein, was im Tee drin ist, muss man den dann wohl doch komplett selber ziehen, und das ist wohl bis auf Pfefferminztee kaum möglich. Da muss dann doch jeder selber wissen, welchem Tee er wie viel vertraut und was man wirklich schmeckt. Deshalb probiere ich mich durch, koste hier und da – allerdings in dem von mir aktzeptablen Bereich. Wenn es Menschen gibt, die für eine Tüte Tee 10 Euro ausgeben möchten, sollen sie das tun, aber ich möchte nicht verächtlich anguckt werden, weil ich im Supermarkt meinen losen Tee selbst abfülle oder im Teeladen nicht den siebzehnten Grüntee testen will.  Und meinen Lieblingstee, den gibt es hier gar nicht, das ist ein Beuteltee, der mich in Finnland jedesmal Unmengen gekostet hat, weil Tee da ziemlich teuer ist – selbst der im Beutel. Aber er schmeckt nach etwas, was kein loser, hochgezüchter Tee je haben kann. Nach einer Erinnerung. Und deshalb muss es manchmal auch Hagebuttentee aus dem Beutel mit Gummibärchen sein. Weil der nach Kindheit schmeckt. Und da ist mir die Qualität auch egal. Weil er mich glücklich macht, so wie er ist.

In Kategorie: Allgemein

Über den Autor

Veröffentlicht von

Ich bin eine Ausweis-Berlinerin, ein Ruhrpottkind, eine Herzkarlsruherin, wohne jetzt mit dem Mann in Chemnitz und lästere gerne über Amberg.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar zu Nelja Antworten abbrechen